Bewässerung im Garten – Sparsam und wirkungsvoll

Ohne Wasser läuft nichts im Garten – alle Pflanzen sind auf das Leben spendende Nass dringend angewiesen. Ein kräftiges Austrocknen, und schon ist die Blütenpracht dahin. Gemüse verliert seinen Wohlgeschmack und erholt sich vielleicht nie mehr.
Auch Jungpflanzen und neu gepflanzte Gehölze sind besonders in den ersten Wochen auf zusätzliche Bewässerung angewiesen. Wer einen Garten neu plant, muss sich also unbedingt mit dem Thema „Gartenbewässerung“ und vielen damit zusammenhängenden Fragen beschäftigen.

Wasserverluste vermeiden

Die Pflege und Bewirtschaftung des Gartens können erheblich dazu beitragen, den Bedarf an zusätzlicher Bewässerung im Garten zu reduzieren. Ständig offen gehaltene Böden trocknen sehr schnell oberflächlich aus. Eine Bodenabdeckung mit Mulchmaterial oder mit Laub oder eine Pflanzendecke schützt den Boden vor starker Austrocknung. Freie Flächen im Gemüsebeet sollten deshalb immer mit Gründüngung eingesät werden.

Regenwassernutzung in Haus und Garten

Vorteilhaft ist es, wenn gesammeltes Regenwasser für den Garten zur Verfügung steht. Regenwassernutzung leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und bietet viele weitere Vorteile.

Ein Vier-Personen-Haushalt kann durch Regenwassernutzung bis zu mehrere zehntausend Liter Trinkwasser pro Jahr sparen! Regenwasser aus dem Regenspeicher kann unbedenklich zur Gartenbewässerung genutzt werden. Die Nutzung von weichem Regenwasser ist ideal für die Grünflächenbewässerung und für Reinigungsarbeiten im Garten.

Im Handel ist eine Vielzahl an Regentonnen, Zisternen und Komplettsystemen, die sich bewährt haben, erhältlich. Ob Einfamilien- oder Reihenhaus, Carport oder Gartenlaube – es findet sich für jede Situation und Gartengröße eine Möglichkeit, das Regenwasser der Dachflächen für den Garten zu nutzen.

Mit einem Überlauf kann dabei überschüssiges Wasser z.B. in einen Teich oder Versickerungsbereich im Garten geleitet werden. So besteht die Möglichkeit, evtl. sogar das komplette Niederschlagswasser auf dem Grundstück zu nutzen und Kosten bei der Hausentwässerung einzusparen.

Vorbildlich: Das Dach des Anbaus ist begrünt, und überschüssiges Wasser vom Dach wird in Regentonnen aufgefangen – da geht kein Tröpfchen verloren.

Nutzung von Trink- und Grundwasser

Oft wird zusätzlich die häusliche Wasserleitung genutzt. Die hierbei anfallenden hohen Gebühren lassen sich mit einer separaten Wasseruhr für den Garten etwas mindern, denn es entfallen die Kosten für das Abwasser. Eine eigene Brunnenbohrung im Garten ist eine Alternative und in manchen Gemeinden erlaubt. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Behörde nach den Bedingungen.

Oberflächenwasser (bis ca. 7,5 m Tiefe) kann man mit einem Haushaltswasserwerk oder per Handpumpe fördern.

Gartenschlauch und Regner

In fast allen Hausgärten ist man mit Schläuchen und Brause oder daran angeschlossenen Regnern, Miniregnern oder Sprühschläuchen gut bedient, die das Wasser in feinen Strahlen dosiert verteilen. Der Vorteil: Sie sind beweglich, und man bestimmt den Einsatz selbst.

Das gezielte Bewässern mit Schlauch und Brause nach Bedarf ist einer flächendeckenden Beregnung vorzuziehen. Da weniger Wasser verdunsten kann und gezielt an den Stellen mit Bedarf gewässert wird, können so erhebliche Wassermengen eingespart werden. Dabei möglichst nicht über die Blattflächen sprühen, sondern das Wasser so dicht wie möglich an den Boden bringen.

Die Bewässerung von Gartenpflanzen erfolgt immer in den Morgen- oder Abendstunden, da dann ein geringerer Wasseranteil direkter verdunstet als in der Mittagshitze. Besonders wichtig ist das für den Einsatz von Regnern.

Die Auswahl an Regnern ist groß. Die üblichen Kreisregner liefern zwar ein herrliches Wasserspiel, lassen sich aber schlecht auf Gartenbeete einstellen.

Rechteckregner sind dafür besser geeignet. Gut durchdacht sind Flächenregner der mittleren und höheren Preisklassen. Ob die Flächen tatsächlich mit kühlem Nass versorgt werden können, hängt stark vom vorhandenen Wasserdruck ab. Städtische Leitungen liefern meist 3,5 bis 4 bar und mehr. Die Leistung der eigenen Hauswasserpumpe kann je nach Modell zwischen 2,5 und 3,5 bar schwanken.

Tröpfchenbewässerungen geben das Wasser fein dosiert, sparsam und effektvoll Tropfen für Tropfen ab. Ein weiterer Vorteil: Die Blätter werden nicht nass.

Tröpfchen für Tröpfchen

Tröpfchenbewässerungen geben das Wasser fein dosiert, sparsam und effektvoll Tropfen für Tropfen ab. Im Gemüsegarten will das Verlegen von Leitungen jedoch gut überlegt sein. Jedes Hacken, Graben, Stechen verbietet sich, will man nicht Gefahr laufen, die empfindlichen Kunststoffleitungen zu beschädigen.

Anders sieht die Situation bei Gehölzen, in Stauden- oder Rosenbeeten aus. Hier wird gemulcht und dann für lange Zeit nichts mehr bewegt.

Bewährt haben sich Bewässerungssysteme mit unauffälligen, winzigen Kreisregnern, die in niedriger Höhe fein verteilte Tropfen versprühen. Die Blüten bleiben so trocken – ein Vorteil gegenüber der Überkopfberegnung mit Sprengern, die auf Sommerblumen und zarten Rosenblüten leicht hässliche Wasserflecken hinterlassen und Pilzkrankheiten Vorschub leisten.

Automatisierte Bewässerungssysteme

Zusätzlich zu den bisher beschriebenen Möglichkeiten werden im Handel auch teil- oder vollautomatische Bewässerungssysteme angeboten. Sie eigen sich besonders für das Überbrücken z.B. von längeren Urlaubszeiten und können auch sehr gut für Kübelpflanzen auf Terrassen eingesetzt werden. Die angeschlossenen Bewässerungskreise können dabei je nach Bedarf mit einer unterschiedlichen Bewässerungsdauer programmiert werden.

Rasen beregnen?

Neu angelegte Rasenflächen müssen in den ersten Wochen feucht gehalten werden, damit sich der junge Rasen entwickeln kann. Später ist eine Bewässerung oder der Einsatz von Regnern im Regelfall überflüssig. In längeren Trockenzeiten verändert der Rasen dann zwar sein Erscheinungsbild, aber die Grasnarbe stirbt nicht ab und erholt sich nach einsetzendem Regen meist sehr schnell wieder.

Text und Bilder: Brigitte Stein, Adalbert Niemeyer-Lüllwitz (NUA)

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