Vorwort

Die Meinungen der meisten Gärtnerinnen und Gärtner gehen zum Thema Bodenanalysen weit auseinander. Einerseits ist man sich zwar nicht sicher, wie es um die Nährstoffe im Boden bestellt ist, aber der Ertrag in der Vorsaison war so gut, „das wird schon passen“. Andererseits kann man „mit dem schon immer bewährten Standarddünger sicher nicht so viel verkehrt machen“.

Das eine Bodenuntersuchungen wichtige Hinweise geben kann, zeigt der nachfolgende Text.

Ein Text von Viktoria Kirschbaum, Vorsitzende des KGV Nächstebreck, Wuppertal

Im Rahmen meiner Fachberater-Ausbildung und der Teilnahme am Seminar „Boden und Düngung“ ist mir klar geworden, wie wichtig es ist, die (Nährstoff-)Zusammensetzung meines Gartenbodens zu kennen, um gezielt Maßnahmen ergreifen zu können. Daher habe ich eine Bodenanalyse über den Raiffeisenmarkt machen lassen, die Ergebnisse stelle ich gerne zur Verfügung.

Ich habe den Garten nun seit Februar 2024 und habe noch nicht viel gedüngt oder für die Bodenbearbeitung gemacht. Die Anlage ist an dem Standort nun schon seit über 40 Jahren. Ich erschrak ein wenig, als ich das Ergebnis dann erhielt, denn die Nährstoff-Verfügbarkeit war zwar hoch, jedoch überdüngt. Der Kupfer-Anteil allerdings so hoch, dass mir eine Schwermetall-Untersuchung empfohlen wurde. Gesagt, getan.

Das Ergebnis der Analyse kam heute, am 31. März 2026. Die Werte von Blei, Cadmium, Kupfer und Zink sind extrem hoch. Mir wird laut Analyse davon abgeraten, die Fläche als Nutzgarten zu nutzen. Da ich längerfristig natürlich vor habe, die Beete zu nutzen, liegt jetzt ein wenig Arbeit vor mir. Als Maßnahmen werde ich nun einen Bodenaustausch vornehmen und Gründüngung pflanzen, die mir die Schwermetalle aus dem Boden zieht. Das Internet (Plantura) empfahl mir Braunen Senf (Brassica Juncea) und Sandhafer (Avena strigosa). Das Grün werde ich dann über die Restmülltonne entsorgen. In 3 Jahren werde ich von den gleichen Stellen erneut Proben nehmen, dann sind die Schwermetalle bestimmt verschwunden.

Warum ich dem Landesverband zu dem Thema schreibe? Zum einen möchte ich meine Ergebnisse mit Ihnen und den Leserinnen und Lesern der kleingartennews teilen. Zum anderen möchte ich über die kleingartennews darauf aufmerksam machen, wie wichtig es für eine Gärtnerin oder einen Gärtner zu wissen ist, wie es dem Boden geht. Wir sollten uns über die Nachteile einer Überdüngung und einer Belastung mit Schwermetallen bewusst sein. Ich würde daher jedem wärmstens empfehlen, selbst eine Bodenanalyse durchführen zu lassen!

Für mich als erste Vorsitzende des Vereins bedeutet die Erkenntnis nun, meine Pächterinnen und Pächter aufzuklären und diesen zu empfehlen, ebenfalls eine Bodenanalyse machen zu lassen. Dies werde ich in nächster Zeit in Angriff nehmen.

Ergänzender Hinweis:

Entsprechende Bodenuntersuchungen können alternativ – mit einem Rabatt in Höhe von 15 % auf Standard-Bodenuntersuchungen sowie individuelle Düngeempfehlungen auf Basis des Untersuchungsergebnisses – bei der LUFA (Labor für Agrar- und Umweltanalytik der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) in Auftrag gegeben werden. Ein entsprechendes Formular können Sie hier downloaden.