„Unsere“ Sieger während der Preisverleihung. V. l. n. r.: Ministerin Silke Gorißen, Susanne Müller (Immobilienmanagement der Stadt Aachen), Thomas Kahlau (Kassierer Dauerkleingartenanlage Soldatengasse), Gabi Babendreyer (Vorsitzende des Stadtverbands), Serife Kara (Vorsitzende der Dauerkleingartenanlage Soldatengasse).
Foto: MLV/Andreas Buck

Die Dauerkleingartenanlage Soldatengasse in Aachen und Kleingärtnerverein Zur Rose in Sendenhorst sind die Gewinner des nordrhein-westfälischen Landeswettbewerbs und werden NRW im nächsten Jahr beim 26. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ vertreten.

Siegerehrung des 10. Landeswettbewerbs 2025 in der Kokerei Hansa in Dortmund

Insgesamt 14 Kleingartenanlagen hatten sich der Bewertung der Kommission aus Fachleuten gestellt, die nunmehr zum bereits fünften Mal von Frau Prof. Dr. Dr. Martina Oldengott geleitet wurde. Seit der Bereisung, die vom 30. Juni bis zum 03. Juli 2025 stattfand, warteten die Vertreterinnen und Vertreter der Vereine gespannt auf die Ergebnisse.

Am Samstag, den 15. November 2025 fand die Siegerehrung im ehemaligen Salzlager der Kokerei Hansa, die zugleich einer der drei eintrittspflichtigen Standorte der IGA Metropole Ruhr 2027 sein wird, statt. Neben Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der beiden Landesverbände, der Politik, der Jury und vor allem der Vorstände der beteiligten Vereine an der Preisverleihung teil.

„Kleingärten sind grüne Oasen, die Räume für Freizeit und Erholung bieten – hier finden Mensch und Natur zusammen. Gerade in den dicht besiedelten Gebieten Nordrhein-Westfalens leisten Kleingärten zudem einen wertvollen Beitrag für den Schutz der Natur und sind auch wichtige Orte des Beisammenseins mit der Familie oder im Freundeskreis“, betonte die Ministerin. „Jeder Gewinner des Wettbewerbs zeigt eindrucksvoll, wie Kleingärten spürbar für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität vor Ort sorgen. Nordrhein-Westfalen kann stolz auf seine so vielfältige und lebendige Kleingartenlandschaft sein.“

„Als Gewinner dürfen sich nicht nur die Gewinner der Goldmedaillen fühlen, sondern alle Teilnehmer am Wettbewerb, haben diese sich doch zum Teil bereits regional durchgesetzt und durch ihre Teilnahme wichtige Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Anlage und des Kleingartenwesens allgemein gesetzt“, so Michael Franssen, Vorsitzender des Landesverbands.

In der Bewertung durch die Jury sind beispielhafte Lösungen und Projekte für eine zukunftsfähige Entwicklung, Gestaltung und Nutzung von Kleingärten ebenso wie die Einbindung in das städtische, soziale und ökologische Umfeld eingeflossen. Jede der besichtigten Anlagen hatte nicht nur einen eigenen Charakter und eigene Schwerpunkte, sondern insbesondere das Engagement verschiedenster Art konnte begeistern.

Anders als in den zurückliegenden Wettbewerben wurden nicht nur zwei, sondern drei Goldmedaillen vergeben. Dies lag auch daran, dass der Gemeinschaftsgarten „Wettringen-Selbst-Bewusst“ eine Besonderheit bei diesem Wettbewerb war und für die Teilnahme am Bundeswettbewerb nicht infrage kam. Dennoch wurde der Garten, der auf 1.000 Quadratmetern Fläche 60 kleine Beete, die in einem Halbkreis angeordnet sind und symbolisch eine Lebenssonne darstellen sollen, von der Jury als ein beispielhaftes Projekt und Besonderheit wahrgenommen, welches es anzuerkennen galt. Gemeinschaftlich genutzte Pflanzflächen, ein Bienenlehrstand, eine Streuobstwiese, eine Kompostanlage, eine Regenwassersammelstelle, eine Remise mit kleiner Küche, Geräteschuppen und ein Gruppenraum sowie ein Sommerferien-Spaß-Programm mit gemeinsamem Kochen und Backen, Basteln, Sport und Feiern mit Kindern wussten zu überzeugen. Für Erstklässlerinnen und Erstklässler wird das Format der „Schlauen Füchse“ angeboten, um bereits im Grundschulalter Gartenbegeisterung zu entfachen.

Im Rheinland konnte der Verein „Soldatengasse“ in Aachen die Jury überzeugen. Dort fallen die wunderschön gestalteten und bunt blühenden Gärten ins Auge, die historischen Materialien und Pflanzenarten – teilweise noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg – und die liebevoll unterhaltenen Lauben sowie viele kleine Maßnahmen für die Biodiversität, zur ressourcenschonenden Bewirtschaftung und Materialverwendung positiv auf. Die Dauerkleingartenanlage „Soldatengasse“ wird als Goldmedaillengewinner das Rheinland im Bundeswettbewerb 2026 vertreten und sicherlich aufgrund seiner Qualitäten zu überzeugen wissen.

Im Landesverband Westfalen und Lippe konnte die Kleingartenanlage „Zur Rose“ in Sendenhorst die Jury überzeugen. Sie zeichnet sich vor allem durch die vielen Begegnungsmöglichkeiten über die Gemeinschaft des Vereins hinaus aus. Ein neu angelegter Garten mit Hochbeeten und wiederverwendeten alten Materialien ist für alle Gäste zugänglich. Die schönen, mit Fachverstand bewirtschafteten Einzelgärten und die bewusste Auswahl von insektenfreundlichen und heimischen Pflanzen, Nist- und Rückzugsmöglichkeiten sowie eine ressourcenschonende Bewirtschaftung leisten einen relevanten Beitrag zur Steigerung der Biodiversität. Auch dieser Verein wird für den Landesverband Westfalken und Lippe am Bundeswettbewerb teilnehmen.

Zusätzlich erhielten der Kleingärtnerverein Böhlerfeld aus Wuppertal (für garten- und landschaftsbauliche Aspekte), der Gartenverein Bolmketal (für das Engagement in Natur und Umwelt) aus Dortmund sowie der Gemeinschaftsgarten Wettringen-Selbst-Bewusst aus Wettringen (für den gärtnerischen Aspekt der Tätigkeit) Sonderpreise in Höhe von jeweils 1.000 €. Vielen Dank an die Stifter der Preise, dem Verband Garten- und Landschaftsbau NRW, dem Landesverband Gartenbau NRW sowie der IGA Metropole Ruhr 2027 gGmbH!

Der Wettbewerb hat wieder einmal gezeigt, auf welch hohem Niveau sich die Anlagen in NRW befinden. Diese müssen sich im Bundeswettbewerb nicht verstecken und werden sicherlich das Kleingartenwesen NRW’s würdig vertreten. Insbesondere die ökologische Ausrichtung der beteiligten Anlagen konnte überzeugen. Wir wünschen beiden Anlagen, dass ihre Qualitäten auch im Bundeswettbewerb überzeugen können.

Anbei alle Medaillen im Überblick:

Goldmedaille:

Dauerkleingartenanlage Soldatengasse, Aachen
Kleingärtnerverein Zur Rose, Sendenhorst
Gemeinschaftsgarten Wettringen-Selbst-Bewusst, Wettringen

Silbermedaille:

Kleingärtnerverein Böhlerfeld, Wuppertal
Kleingartenverein Neue Erde, Neuss
Kleingartenverein Kriegsbeschädigte Düsseldorf Oberbilk, Düsseldorf
Gartenverein Bolmketal, Dortmund
Kleingärtnerverein Lünen-Mitte, Lünen
Gartenverein Zur Sonnenseite, Dortmund
Kleingartenverein Erholung Buer, Gelsenkirchen

Bronzemedaille:

Kleingartenverein Horst-Emscher, Gelsenkirchen
Kleingartenverein Ahlen-Süd, Ahlen
Kleingärtner- und Gartenbauverein Waldesruh, Wadersloh
Kleingartenverein Friedlicher Nachbar, Minden

Mehr als einmal waren die Jurymitglieder mit den Akteuren vor Ort im Gespräch über die Konzepte, die konsequent im Garten angewandt und umgesetzt wurden – hier im Gespräch mit der Stadtverbandsvorsitzenden Gabi Babendreyer.
Foto: MLV/Andreas Buck
Auch die Kleingartenanlage Zur Rose bot viel Anlass für einen fachlichen Austausch zwischen den Jurymitgliedern und den Akteuren vor Ort., hier Frau Prof. Dr. Dr. Martina Oldengott im Gespräch mit dem Vorsitzenden des KGV Zur Rose, Heinz Niehues.
Foto: MLV/Andreas Buck
Luftbildaufnahme der Fläche des Gemeinschaftsgartens Wettringen-Selbst-Bewusst.
Der Gemeinschaftsgarten in Wettringen ist kein typischer Kleingarten, aber die hohe Nachfrage sowie das Konzept und Engagement der Beteiligten wussten zu überzeugen.
Foto: MLV/Andreas Buck