Foto v.l.n.r.: Sven Arens (Stadt Wuppertal), Fred Dalbüdding (Landesverband), der gesamte Vorstand des KGV Edelweiss, rechts Vereinsvorsitzende Angelika Sayn

Die Kleingartenanlage Edelweiss an der Cronenberger Straße in Wuppertal ist eine der zahlreichen Anlagen in der Elberfelder Südstadt. Unser Verein wurde in einer Mitgliederversammlung am 22. Januar 1950 gegründet. Das Gelände hat eine Hanglage von 100 Metern Höhenunterschied und wird von einem Nebenbach der Hatzenbeck durchflossen, eine der vielen Bäche, die von Wuppertals Höhen der Wupper zufließen; zunächst offen zugänglich, dann aber im Stadtgebiet unterirdisch in die Wupper münden. Diese Wiesen wurden allerdings von Gartenfreunden schon einige Jahre früher genutzt, da die Ernährungslage in den 1940er Jahren nach dem Weltkrieg mehr als schwierig war. Die Bevölkerung hatte Hunger, die Wiesen lagen brach, darum bot sich das Gelände geradezu an, dies durch Anbau von Obst und Gemüse zu verbessern. Im Auftrag der damaligen britischen Militärverwaltung wurde das Gelände parzelliert und an Interessierte, meist umliegende Anwohner, unter Einbeziehung des Wuppertaler Kleingärtnerverbandes und eines dort in der Nähe bestehenden Vereins „Naturfreunde“ vermarktet. Das Interesse war zunächst groß, zahlreiche Kleingärtner bearbeiteten auch ihre Parzellen. Als aber dann die Währungsreform kam und es wieder alles zu kaufen gab, kam es zu den ersten Kündigungen. Zum Schluss blieb ein kleines Häufchen von 26 Aufrechten übrig, die ihre Parzellen behalten wollten. Diese 26 Leutchen wollten aber noch mehr: Einen eigenen Verein! Aus diesem Grunde kam es an dem besagten 22. Januar 1950 auch zur Namensgebung. Die Namen einiger Gründungsmitglieder sind auch überliefert, wer sich den Namen Edelweiss ausdachte ist jedoch nicht bekannt.

Von nun an wurde richtig angepackt. Die Parzellen wurden jetzt neu aufgeteilt und man schmiedete Pläne: Wege und Stützmauern mussten aufgrund der Hanglage angelegt werden. Man wollte auch zeitnah Lauben errichten. Über den Stadtverband beantragte man die Gemeinnützigkeit. Jetzt wurden für diese Planungen Material organisiert. In jener Zeit kein leichtes Unterfangen; es wurde rangeschafft was möglich war. Die Jahre gingen ins Land und die Arbeiten zu einem richtig funktionierenden Gemeinschaftswerk wurden Stück für Stück weiter betrieben. Gräben für die notwendige Wasserleitung wurden ausgehoben, denn man hoffte doch, dass die Stadt Wuppertal den Anschluss alsbald legen würde.

Gartenfreund Walter Schaub übernahm jetzt den Vereinsvorsitz, ein wahrer Macher und Motor unter den Gartenfreunden. Im Jahre 1957 wurden die ersten 12 Lauben fertig gestellt, weitere 10 Jahre später waren alle 50 Lauben errichtet. Nun war auch die ersehnte Wasserleitung fertig. Strom musste her, Leitungen wurden gelegt, so dass man Ende der 1960er Jahre sagen konnte: es ist geschafft. Jetzt wagte man sich daran, die An-lage zu verschönern, machte unansehnliche Ecken ansehnlich, Sumpflöcher wurden zu schmucken Gartenteichen hergerichtet und man heimste schon Preise im Anlagenwettbewerb ein. Nun wechselten auch die Vorstände, denn Veränderungen kündigten sich an. Wuppertal sollte eine Universität bekommen. Das Gelände am Oberen Grifflenberg, die sogenannten Schreinerswiesen, waren für den Bau vorgesehen. Dort befanden sich Kleingärten (Anlage Brandenburger Höhe), die jetzt weichen mussten. Man bot den „Vertriebenen“ auf der westlich der Anlage Edelweiss noch befindlichen freien Fläche Ersatz an. Ein Teil der „Alt Brandenburger“, aber auch andere Interessierte, nahmen das Angebot an und errichteten dort ihre Lauben. Nach Fertigstellung der Gärten und Lauben 1974 war aus dem Kleingärtnerverein Edelweiss ein Großverein mit 110 Gartenpächtern geworden, denn die „Neuen“ hatten sich ausnahmslos dem Verein Edelweiss angeschlossen. Platz für etliche Parzellen mehr gab es immer noch, darum hatte man den Plan: Wir brauchen ein Vereinsheim. Zunächst wegen den fehlenden Finanzen erst mal ein Holzhaus, aber schon so konstruiert, dass es später in Massivbauweise umgebaut werden konnte. Und so gab es wie geplant zunächst das Holzhaus, das dem Verein ca. 14 Jahre ein verlässliches Zuhause gab, um dann im Herbst 1989 – nach Umbau und eisernem Sparen – in ein festes Steinhaus zu erstrahlen. In den vergangenen Jahrzehnten haben unsere Mitglieder in verantwortungsvoller Arbeit mit ihren Vorständen dafür gesorgt, das Erbe unserer Altvorderen zu erhalten und auszubauen und aus dem Gelände das zu machen, was unsere Kleingartenanlage heute ausmacht, wo wir uns gerne aufhalten und in unseren Gärten arbeiten. Seit 75 Jahren besteht nun diese unsere Kleingartenanlage und dieses Jubiläum haben wir am letzten Juni-Wochenende 2025 im Rahmen eines Sommerfestes gebührend gefeiert.

Die Anlage Edelweiss fügt sich nahtlos ein in diesen Grüngürtel der Elberfelder Südstadt, mit den Wegen und Plätzen der Parkanlagen, die sich durch unser Quartier bahnen bis zu den umliegenden Wäldern, zur Freude der vielen Spaziergänger, die diese grüne Lunge in Stadtnähe gerne zu Spaziergängen nutzen. Das ist es, wo wir mächtig stolz drauf sind.