Hecken – Lebendige Abgrenzungen für Gärten

Hecken grenzen Gärten ab und sorgen für Schutz und Geborgenheit. Hecken sind auch einzigartige Lebensräume für viele Gartentiere. Unterschiedliche Gartenbereiche lassen sich mit Hecken gliedern, Beete mit niedrigen Hecken einfassen. Je nach Gartengröße und Verwendungszweck können für die Gartengestaltung unterschiedliche Typen von Hecken gepflanzt werden.

Frei wachsende Wildhecken

Mehrreihig gepflanzte Gehölzreihen aus niedrigen und hohen Sträuchern entwickeln sich zu frei wachsenden Wildhecken. Solche Hecken benötigen viel Platz und eignen sich nur für große Gärten.

Sie werden in mindestens 2–3 m breiten Streifen angelegt. Hier können sie den Garten ideal zur Umgebung hin abgrenzen.

Viele Tiere, wie z. B. Singvögel, Igel, Erdkröten, Spitzmäuse oder Laufkäfer, finden in einer solchen Hecke einen Lebensraum. Diese ökologische Funktion wird gefördert, wenn Sie vor allem heimische Wildsträucherarten wie Schlehe, Wildrosen, Schneeball, Hartriegel, Holunder und Weißdorn verwenden.

Die Randstreifen der Wildhecken können Sie mit attraktiven Ziersträuchern wie Forsythie und Blutjohannisbeere bereichern. Zur Verjüngung werden die Sträucher der Wildhecke etwa alle fünf Jahre bis knapp über dem Boden zurückgeschnitten, am besten abschnittsweise, also nicht die ganze Hecke auf einmal.

Pflanzung geformter Hecken: Pflanzgraben ausheben, Schnur spannen und Heckensträucher pro laufenden Meter im Graben ausrichten. Gartenerde, evtl. mit etwas Komposterde verbessert, einfüllen, gut festtreten, wässern und Pflanzen auf eine Höhe zurückschneiden.

Wallhecken

Wallhecken sind besondere Formen der Wildhecken, die noch vor 100 Jahren in vielen Regionen landschaftsprägend waren. In Siedlungen bietet es sich an, die oftmals vorhandenen Lärmschutzwälle zwischen stark befahrenen Straßen und Gärten als Wallhecke zu bepflanzen.

Tipp: Vor der Bepflanzung mit Gehölzen auf dem Wall Gründüngungspflanzen aussäen, sie vermindern den Bodenabtrag durch Niederschläge. Die abgeschnittene Blattmasse kann dann als erste Bodenbedeckung nach der Pflanzung verwendet werden. Um Niederschlagswasser zurückzuhalten, wird vor der Bepflanzung in der Mitte des Walls in Längsrichtung eine flache Mulde ausgehoben.

Ideale Abgrenzung für Hausgärten: geformte Hecken aus Hainbuche (Carpinus betulus)

Einreihige Blühhecken

Um kleinere Gärten zum Nachbargrundstück oder zu einer Straße hin abzugrenzen, bietet es sich an, eine Reihe niedriger Blütensträucher zu pflanzen. Hierfür verwendet man sommergrüne Laubsträucher, wie z.B. Deutzie, Forsythie oder Wildrosen, die sich durch Blühfreude und Fruchtschmuck auszeichnen und frei wachsend nicht höher als 2–3 m werden.

Bei Bedarf können sie auch im Sommerhalbjahr (nach der Blüte) leicht zurückgeschnitten werden. Für einreihige Strauchhecken eigen sich auch Beerensträucher wie Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Jostabeeren. Solche Hecken sorgen für Sichtschutz und Abgrenzung des Gartens, und sie tragen zugleich zur Obstversorgung der Familie bei.

Tabelle 1: Auswahl an Gehölzen für freiwachsende Blühhecken

Geformte Hecken

Einreihig gepflanzte Gehölzhecken, die mindestens einmal jährlich auf die gewünschte Höhe und in Form geschnitten werden, sind als typische Abgrenzungen von Gärten in Wohngebieten oder Kleingartenanlagen bekannt. Bei der Anlage einer solchen platzsparenden Hecke ist es sinnvoll, robuste Wildgehölze zu verwenden, da sie gut an hiesige Witterungsverhältnisse angepasst sind.

Für niedrige Hecken benötigt man etwa drei bis vier Pflanzen pro Meter, bei stärker wüchsigen Heckengehölzen wie Weißdorn und Rotbuche genügen zwei bis drei Pflanzen. Die Pflanzenart sollte passend zur gewünschten Höhe der Hecke ausgewählt werden (siehe Tabellen).

Tabelle 2: Auswahl an Gehölzen für Formhecken

Heckenschnitt: Der richtige Zeitpunkt

Die Bestimmungen der Naturschutzgesetzgebung gelten auch in Gärten. Danach sind starke Rückschnitte von Hecken und Gehölzen zum Schutz von brütenden Singvögeln und anderen Tieren nur im Winterhalbjahr vom 1. Oktober bis Ende Februar zulässig. Leichte Pflegeschnitte und der üblicherweise nach Triebabschluss etwa Anfang Juli durchzuführende Schnitt geformter Hecken sind davon ausgenommen. Aber auch bei diesen Schnittmaßnahmen muss sich der Gartenbesitzer vorher davon überzeugen, dass brütende Vögel und andere in der Hecke nistende Tiere (z.B. auch Wespen in frei hängenden Kugelnestern) nicht gestört werden.

Text und Bilder: Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, NUA

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